Bauchwassersucht!

Rund um die Diagnose und mögliche Therapien von Krankheiten der Zierfische.

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Bauchwassersucht!

Beitragvon Jaro » 25.06.2006, 22:16

Hallo!

Ich war heute unterwegs um mir privat von einem Kollegen meines Mannes ein paar super schöne blaue Platys mitzunehmen. :D

Doch wie ich mir die Tiere so anschaue, sah ich einen mit vollkommen aufgeblähtem Bauch, die Schuppen standen ab und ein Auge war stark hervorgetreten.
Ich vermute eine Bauchwassersucht.

Ich habe dann heute keine Fische von dort mitgenommen, obwohl die anderen alle keinerlei Anzeichen hatten und auch ziemlich munter waren.
Ist mir auch echt schwergefallen, da ich schon lange auf der Suche nach blauen Platys bin, mir aber keine Krankheit einschleppen will.

Da ich selber noch keine damit gemacht habe, aber irgendwo mal gelesen habe, das man den Tieren im Anfangsstadium wohl noch helfen könne.Stimmt das?

Aber meist ist doch wohl tödlich, oder?

Hat jemand von Euch damit schon mal zu tun gehabt und konntet Ihr die Tiere noch retten?
Viele Grüße
Jana
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Beitragvon Aqua-Aquaristik » 26.06.2006, 18:19

Hallo,

die Entscheidung von dir war vollkommen richtig. Auch wenn die anderen Tiere gesund aussahen schleppst du dir auf alle Fälle Ereger in dein Becken und die Gefahr ist sehr groß, dass deine Fische sich die Krankheit auch holen. Also lieber nochmal gewartet.

Die Bauchwassersucht ist im Anfangstadium einfacher zu behandeln als zu einen bereits fortgeschrittenem Stadium, allerdings ist sie trotzdem nicht sehr einfach zu kurieren. Also ein Krankheit mit der nicht zu Spassen ist.


Gruß

Matthias
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Beitragvon Miss Staubsauger » 28.06.2006, 09:50

Hallo...

Bauchwassersucht verläuft in 98% der Fälle tödlich und ist hoch ansteckend, von daher keine TIere von dort kaufen udn zwar sehr sehr lange nicht...

Liebe Grüße,
Missy
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Beitragvon Unglückstierchen » 12.07.2006, 10:38

Hallo,

ich hatte neulich auch eine Guppyfrau,

die einen stark aufgeblähten Bauch mit abstehenden Schuppen hatte,

nach ein paar tagen lag sie dann tot im Becken.

Könnte das ebenfalls Bauchwassersucht gewesen sein?

Sie wirkte sonst aber noch recht munter.

Muss ich jetzt Angst um meine restlichen Guppys haben?

LG UGT
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Beitragvon Aqua-Aquaristik » 12.07.2006, 18:16

Hallo,

die Symtome sprechen schon sehr dafür. Würde einfach heute und in zwei Tagen mal einen etwas größeren Wasserwechsel machen. Das ist im moment eigentlich alles was du machen kannst.

Wenn die restlichen Umstände für die Fische passen, passiert sicher nichts.

Gruß

Matthias
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Beitragvon Koimaxe » 14.07.2006, 14:33

Es gibt wissenschaftliche Hinweise darauf, das ein direkter Zusammenhang zwischen Bauchwassersucht und Kalziummangel im Wasser und/oder einem zu häufigen oder, zu großen Anteil an Fütterung mit Frostfutter besteht. Die Verursacher von Bauchwassersucht sind Viren und in der Humanmedizin als Hydrops bekannt und kommen in jedem Aquarium vor.

Wenn sich Flüssigkeit im Körper ansammelt, darf aber auf keinen Fall die Temperatur erhöht werden, da hierdurch das Wachstum noch angeregt wird.
Regelmäßige Gabe von Vitaminen (nicht aus der Zoohandlung) ist hier unabdingbar und hilft vorbeugend gegen diese Krankheit.


Salzbehandlungen können hier ebenfalls helfen plus eine Behandlung mit einem wasserlöslichen Antibiotikum. Dazu sollte aber ein Tierarzt befragt werden. Beim Salz wäre die Anreicherung wichtig. Geht man von Meerwasser aus, ist die Mengenangabe etwas 34 Gramm Meersalz auf einen Liter Wasser. Damit erreicht man dann ca. einen Salzgehalt von 3,0 bis 3,4% was dem Salzgehalt von Meerwasser entspricht.
Das ist für meine Süßwasserfische natürlich zuviel. Sofern wir hier nun von einem Ektoparasiten sprechen, wäre der orsmotische Schock unter Umständen wünschenswert, da hierdurch beim Fisch ein starkes Schleimen ausgelöst wird, was wiederum dazu führt, das durch den verstärkten Aufbau der Schleimhaut Parasiten "weggedrückt" werden.

Allerdings wird hierbei der Organismus des Fisches extrem belastet. Das kann unter Umständen zu einem Totalverlust führen. Wasserpflanzen reagieren auf plötzliche Salzgehaltveränderungen ebenfalls äußerst unsensibel. Eine Salzbehandlung mit einem guten Meersalz (!!) halte ich für die richtige Methode. In einem Dauerbad von 1,0% bis 1,5% Lösung habe ich gute Erfahrung gemacht. Keine Temperaturerhöhung, Dunkelheit, ordentliche Sauerstofferhöhung. Salzbehandlung nur einmal und nicht forlaufend. Wasserwechsel 1/4 im Abstand von etwa 3-4 Tagen um die Fische nicht wieder dem plötzlich entgegengesetzten Osmoseunterschied auszusetzen. Kombination mit einem Antibiotika hilft ebenfalls.

Abschliessend sei darauf hingewiesen, dass nur eine abwechslungsreiche Fütterung mit Vitaminzusatz dieser Krankheit vorbeugt. Flockenfutter und ab und an Frostfutter oder umgekehrt ist völlig falsch. Wenn es bei mir noch nie passiert ist, bedeutet es nicht automatisch, das ich alles richtig mache.
Generell ist aber meinem Hinweis voranzusetzen, das es einer medizinischen Untersuchung benötigt. Schliesslich bin ich kein Tierarzt.
Daher gehen o.g. Behandlungen auf eigenes Risiko. Ich habe hier lediglich meine jahrelangen Erfahrungen und Recherchen dargelegt. Auch spielt das eingesetzte Salz eine wichtige Rolle. Da gibt es nämlich exorbitante Unterschiede.
Die besten Erfahrungen habe ich hiermit gemacht und verwende es seitdem.
http://bluewatersalt.com/

Viele Grüße
Koimaxe
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Beitragvon Aqua-Aquaristik » 14.07.2006, 19:32

Hallo,

wirklich interessanter Beitrag Koimaxe

Regelmäßige Gabe von Vitaminen (nicht aus der Zoohandlung) ist hier unabdingbar und hilft vorbeugend gegen diese Krankheit.


Besonders diesen Teil finde ich interessant. Weist du welche Vitamine? Weil du schreibst nicht die aus dem Fachhandel.

Gruß

Matthias
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Beitragvon Koimaxe » 14.07.2006, 21:05

Ich gebe gedünsteten Brokkoli, Rosenkohl, Spinat, Mangold, Feldsalat ungespritzt (enthält unter anderen viel Vitamin C, Eisen und Kalium etc.) kalt püriert mit JBL Tabs. Nicht kochen das Gemüse!! Unterschied von mindestens 40 Grad.

Angereichert wird das Futter noch mit...


Ascorbinsäure 500 (Vitamin C) aus der Apotheke, in Pulverform mische ich unter mein selbstgemachtes Frostfutter, fördert Wundheilung, eine Messerspitze auf 100g Frostfutter
Vitamin B12 (Cobalamin) Wasserlösliches Vitamin, Blutaufbauend, verbessert die Fettreduktion
Vitamin D (Vorsicht geboten)
Astaxanthin Zugabe durch Lachs im Futter. Teilweise verfüttere ich einmal die woche ölfreien Lachs. Da gehen meine voll drauf los...
Krill, s.o.
Magnesium,
Selen,
Calcium,

Frostfutter sonst,
Wasserflöhe, Artemia, Weisse Mückenlarven

keine roten, keine schwarzen, kein zu stark chitinhaltiges Futter, wenig Fett, viel Kohlehydrate und Proteine


Wie die Mischung ist verrate ich jetzt nicht. Aber ich kann mit Sicherheit sagen, das ich durch diese Fütterung absolut einwandfreie Fische besitze, die sich durch Farbenpracht über Normal auszeichnen. Wöchentliche 1/3 Wasserwechsel tun ihr Übriges. Als Aufbereiter benutze ich Duplagan seit 1989..unschlagbar meiner Meinung nach.

Viele Grüße
Koimaxe
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