Süsswassermuschel = Biofilter?

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Süsswassermuschel = Biofilter?

Beitragvon gezina » 21.06.2007, 11:30

Hallo!

Ich habe immo eine recht starke Strömung in meinem Becken nachdem der Filter neuen Schläuche bekommen hat etc.
Ich habe mal von Süsswassermuscheln gehört, die auch als Bio-Filter fungieren, weil sie ja filtrierer sind.

Würden solche Muscheln im Becken ohne zusätzlichen Filter reichen bei wöchentlichen Wasserwechsel?

Wo bekommt man die her und was muss man beachten? Wie groß werden die und wieviele kann ich in 54 L zusammenn mit:

1 Kafi
2 AS
5 Pangios

halten?

Oder ist das eher großer Quatsch?

Danke für Eure Infos.
300L: 6x Puntius denisonii, 4x Trichogaster leerii, ca. 25x Danio choprai, 15x Puntius oligolepis, 6x Pangio kuhli, 1x A.Normani (Veteran), 8x Amano Garnelen
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Beitragvon gezina » 21.06.2007, 12:10

Alles klar, dann weiß ich bescheid.

Was ist mit einem (geplanten) Teichpflanzkübel für den Balkon? Oda ist das auch zu klein und zu warm? (ich habe süd/west Lage also ab ca. 15-16 Uhr knalle Sonne)
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Beitragvon Koimaxe » 21.06.2007, 16:19

Hallöschen,


Muscheln wie die gemeinhin bekannte Teichmuschel findet man nur in langsam fließenden und entsprechend sauerstoffarmen Flüssen wie z.B. die Malermuschel (Unio pictorum) und die abgeplattete Teichmuschel (Pseudanodonta complanata). Bewohner stehender Gewässer sind schließlich die Große Teichmuschel (Anodonta cygnea) und die Gemeine Teichmuschel (Anodonta anatina).

Die mögen keine Strömungen und verziehen sich schnell in ruhigere Gefilde. Eine Teichmuschel ist je nach Größe in der Lage bis zu 100L am Tag zu filtern. Allerdings mögen die es auch nicht so warm. Stirbt so eine Muschel vergiftet diese innerhalb kürzester Zeit das Wasser. Im 54L Becken ist das der garantierte Overkill für alle Bewohner.

Zur Paarungszeit, meist im Spätsommer, werden Eizellen vom Eierstock der weiblichen Muschel in ihre blattartigen Kiemen transportiert. Die etwas später vom Männchen ins Wasser entlassenen Samenzellen werden vom Weibchen eingeatmet und befruchten in den Kiemen die Eier der weiblichen Muschel. Dort entwickeln sich anschließend aus den befruchteten Eiern die Larven (Glochidien) der Muschel. Eine Weiterentwicklung der Glochidien zur Jungmuschel ist erst dann möglich, wenn sie von einem vorbeischwimmenden Fisch aufgewirbelt wurden und es ihnen gelingt, sich anschließend im Gewebe des Fisches einzunisten. Nur ein geringer Prozentsatz der bis zu 4 Millionen Glochidien trifft auf einen geeigneten Fisch, und einem weit geringeren Prozentsatz nur gelingt es, sich erfolgreich in seinem Gewebe einzunisten, ohne vom Immunsystem des Fisches abgestoßen zu werden. Manche Muschelarten, so wie die Flussperlmuschel, sind sehr spezifisch in Bezug auf die für eine erfolgreiche Larvalentwicklung erforderliche Wirtsfischart, andere können entsprechend mehrere Arten erfolgreich infizieren.

Aus den Glochidien entstehen schließlich kleine Jungmuscheln, die das Gewebe des Wirtsfisches verlassen und einen geeigneten Standort aufsuchen, an dem sie sich zu einer erwachsenen Muschel entwickeln können. Bis die Muschel jedoch schließlich die Geschlechtsreife erreicht, kann es mehrere Jahrzehnte dauern.

Daher...keine gute Idee die im Aquarium zu halten.
Viele Grüße

Es wird die Zeit kommen, da das Verbrechen am Tier ebenso geahndet wird wie das Verbrechen am Menschen.
(Leonardo da Vinci)


Wer etwas Tun will sucht Wege es zu tun...Wer etwas nicht will sucht Gründe es nicht zu tun...
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Beitragvon gezina » 22.06.2007, 08:04

Sehr lehrreich. Wie gesagt, ich hatte gar keine Ahnung von den Dingern.

BG nadine
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