Wasserhärte und pH-Wert durch Torf senken

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Wasserhärte und pH-Wert durch Torf senken

Beitragvon Dropkickmurphy » 09.08.2005, 22:55

Hab vor kurzem mal ausprobiert, wie effektiv der Einsatz von Torf aus dem Baumarkt wirklich ist.

Ich habe in 20 Liter Leitungswasser (bei uns ca. GH 13, KH 8, pH 7,5) in einem Eimer 2-3 Handvoll Gartentorf gegeben und ihn mit den Händen schon zerfieselt.
Das ganze hab ich dann einfach ne Woche stehen lassen.
Als ich dann wieder die Wasserwerte gemessen hab:
GH 3, KH 2, pH 6 !!!

Ob diese Werte schon nach einem Tag erreicht waren bzw. ob sie noch weiter sinken würden kann ich nicht sagen.
Die Methode ist aber auf jeden Fall effektiver als ich gedacht habe.
Noch dazu ist die Ansäuerung des Wassers durch die im Torf enthaltenen Huminsäuren dauerhaft und kann nicht mehr, wie CO2, ausgetrieben werden.

Ein Nebeneffekt der Wasserbehandlung ist die leichte Braunfärbung des Wassers, die aber kaum auffällt, meiner Meinung nach sogar natürlich erscheint.

Für diese Zwecke eignet sich aber nur ungedüngter Torf, da gedüngter Torf den Phosphatwert in die Höhe schießen lassen würde!
Am besten geeignet ist Weißtorf, da er das Wasser nicht ganz so stark färbt wie Schwarztorf.

Ausgefiltert habe ich die groben und feinen Schwebeteilchen mit Hilfe eines alten Handtuchs, das ich als Filter verwendet habe.

Viel Spaß beim Panschen! ;-)
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Beitragvon Aqua-Aquaristik » 10.08.2005, 07:50

Hallo,

danke!

Hast du trotzdem mal auf Phosphat und Nitrat getestet?

Weisst du noch den Torf Hersteller?

Gruß

Matthias
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Beitragvon Dropkickmurphy » 10.08.2005, 10:56

Hab ich ehrlichgesagt noch nicht.
Werd ich dann in den nächsten Tagen mal machen, hab schon wieder nen neuen Eimer angesetzt.

Schau dann auch gleich nach dem Hersteller.
Wie gesagt, ich hab den Torf ausm Baumarkt, da hats auch nur diese eine Marke gegeben.
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Beitragvon Aqua-Aquaristik » 10.08.2005, 19:13

Hallo,

eine Frage habe ich nocht. Willst du über den Torf filtern, damit der PH Wert sinkt, oder willst du mit dem Wasser aus dem Eimer den PH Wert senken?

Gruß

Matthias
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Beitragvon Pete2000 » 10.08.2005, 19:31

Hi!

Hab da noch einen Link zu dem Thema.

http://zbbf.de/phpbb/kb.php?mode=article&k=4

Wenn ich mein Panduro-Zuchtbecken einrichte, werde ich das wohl mal ausprobieren.

:oops: Ich bleibt dem Forum hier aber trotzdem treu, wegen dem Umgangston und so :lol:
Gruß Pete
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Beitragvon Dropkickmurphy » 15.08.2005, 13:13

Hab beim zweiten Ansatz gemessen:
Sogar nur noch pH 5!
Kommt also auch auf die Menge Torf an, die man verwendet.
Phosphat ist auch nach der Behandlung nicht nachzuweisen (wie beim Ausgangswasser aus der Leitung auch).
Verwendet habe ich wie gesagt ungedüngten Weißtorf aus dem Baumarkt.
Die Marke des Produkts hab ich ehrlichgesagt nicht gefunden auf der Packung, das Angebot ist aber reional eh verschieden denk ich mal.

Ich habe das so aufbereitete Wasser mit Hilfe von einem alten Handtuch als Filter vom Torf getrennt.
Naja, ist schon sehr braun und trüb, aber das fällt nach einem Tag im Becken verdünnt gar nicht mehr auf.

Torf als Filtermaterial kann ich nicht empfehlen, bzw. ich habe keine Veränderung irgendwelcher Wasserwerte erzielen können.
Außerdem sollen angeblich die Filterbakis unter dem schwankenden Säureniveau leiden können - keine Ahnung...
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Beitragvon Aqua-Aquaristik » 15.08.2005, 20:05

Hallo,

Außerdem sollen angeblich die Filterbakis unter dem schwankenden Säureniveau leiden können - keine Ahnung...


ja das könnte natürlich sein. Könnte ich mir das gut vorstellen, wenn man größere Mengen an Trof nimmt.

Gruß

Matthias
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Beitragvon rapidroy » 31.08.2005, 20:54

hi

ich filtere schon recht lange über torf und mit habe nach probieren einen
von 6,6.
nitrit und nitrat hsben keine schwankungen ,was auf eine stabile bakterienfauna schließen lässt.
das einzige bem wasserwechsel muß ich leicht aufhärten da wir eh schon ziemlich weiches wasser haben ( 5,8 dGH , KH < 5 )


gruß gerhard
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Beitragvon Symphysodon » 06.09.2005, 19:48

Hallo,

seit Heckel beschäftigten sich Leute mit der Diskuszucht und hatten immer nur Probleme die Larven aus den Eiern zu bekommen. Es sind wahnsinnige Experimente gemacht worden. Bis man bemerkt hat, dass saures und extrem weiches Wasser Erfolg versprach. Ein Urgestein in der deutschen Diskuszucht ist Dr. Schmidt-Focke gewesen. Der Erfinder der Torfbombe. Irgend wo hier im Forum hab ich auch schon den Ausdruck Torfkanone flüchtig gelesen. Er, Schmidt-Focke, ging das Problem recht konventionell an. Es ist ja schon ewig bekannt, dass Torf einen sauren Boden im Gartenbau begünstigt und er hat beobachtet, dass sich an den Torffasern weißer Belag bildet und je mehr man Wasser auf den Torf gießt, sich der Belag vergrößert. Es war Kalk der sich ablagerte.
Er erkannte, dass man damit das Wasser enthärten konnte. Da in seinem Wassereinzugsgebiet kein weiches Wasser verfügbar war, ist es für ihn eine brauchbare Alternative gewesen sein Wasser mit Torf zu enthärten. Mit Hilfe von Regentonnen die er mit Schläuchen verband und sie mit Torf befüllte hat er einen Wasserkreislauf hergestellt und hat so, immer wieder das Wasser über den Torf laufen lassen.
Torf fungiert wie ein Ionenaustauscher und absorbiert die Karbonate aus dem Wasser. Somit ist er einer der wenigen gewesen die als erste in Deutschland Diskus zum ablaichen gebracht haben. Auch die Gelege verpilzten nicht mehr. Seine Züchtungen sind in der Diskusbranche ein Begriff gewesen. Er konnte mit dieser Methode gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sein Wasser war frei bis gering mit Karbonaten behaftet und durch die Abgabe des Torfes von huminen Stoffen ans Wasser entstand zusätzlich eine keimfreie Umgebung des Geleges.
Nun hatte er wohl zusätzlich das Glück, dass sein Wasser nur eine mittlere Härte aufwies. Je mehr Karbonate im Wasser gelöst sind um so uneffektiver wird es die Karbonate mit Hilfe
von Torf zu entfernen.
Wie leicht wird es jetzt den Diskusfreaks gemacht, optimales Laichwasser herzustellen. Es wird aber immer mehr an der Schraube gedreht um Diskus an wirklich hartes Wasser zu gewöhnen. Aus meine Sicht eine Vergewaltigung der Tiere. Selbst Gelege im harten Wasser sind schon an der Tagesordnung. Wobei man das aber nur bei Nachzuchten erreicht hat.

Grüße
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Beitragvon Helene » 22.10.2005, 20:21

Hallo zusammen,
das ist ja ein richtiger Ausflug in die Geschichte. Klasse! Schmitt- Fockes Lösung war mir zu aufwendig und so eine Torfbombe muss regelmäßig gewechselt werden, da sie sehr schnell auslaugt. Gute Erfahrungen habe ich dabei mit Floragard Torfboy aus dem Gartenmarkt gemacht. Man muss nur darauf achten, dass er nicht im Freien gelagert wird.
Auch wenn eine Osmoseanlage richtig Geld kostet, das rentiert sich bald.
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Beitragvon Rio » 28.10.2005, 08:26

Symphysodon schrieb:

Es wird aber immer mehr an der Schraube gedreht um Diskus an wirklich hartes Wasser zu gewöhnen. Aus meine Sicht eine Vergewaltigung der Tiere. Selbst Gelege im harten Wasser sind schon an der Tagesordnung.


Ich habe in diesen Zusammenhang bei einen Händler/ Züchter gelesen: "Die Aufzucht und die Hälterung der Fische erfolgt ab einem Alter von vier Wochen in Leitungswasser der örtlich vorhandenen Qualität. Dadurch sind die Tiere gut auf ihr weiteres Leben in den Becken der Aquarianer vorbereitet."

Wie sieht es mit der Umstellung auf weicheres und saures Wasser bei diesen Fischen, also Diskus gerechtes Wasser, aus?
Kann es da zu Problemen kommen?

Rio
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Beitragvon Helene » 28.10.2005, 08:43

Hallo Rio,

der Satz kommt mir aber bekannt vor! :) Kann es sein, dass ich den Züchter kenne?

Ja, es kann zu Problemen kommen. Eine Umstellung sollte immer sehr langsam vorgenommen werden.

Die Frage bei dieser Aussage ist aber zunächst immer, was kommt bei dem aus der Leitung? Es gibt Gegenden in Deutschland, da kommt Diskuswasser aus der Leitung.

Wenn du Diskus kaufst, wirst du sie ja IMMER erst in Quarantäne setzen. Da kannst du sie dann langsam an deine Wasserqualität gewöhnen. Die kurzfristigen Folgen von weich nach hart sind gering. Die Folgen von hart nach weich können den Fisch umbringen. wenn es dich genauer interessiert, könnte ich die biologischen Erklärungen für meine Aussage raussuchen- hat was mit osmotischem Druck zu tun.
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Beitragvon Rio » 28.10.2005, 09:03

Hallo Helene,

allso sollte man sich immer nach den Wasserwerten beim Züchter erkündigen und dann mit den eigenen WW vergleichen.
Der Händler sitz in Wildau/ KW. Hast Du dort schon Fische gekauft?

Ich dachte immer das Osmose nur Salzwasserfische betrifft, deswegen können Salzwasserfische nicht in Süßwasser leben, sie ertrinken dann sozusagen.
Ich muß mir das noch einmal durch den Kopf gehen lassen.

Gruß Rio
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Beitragvon cckw » 28.10.2005, 09:14

Rio hat geschrieben:Ich dachte immer das Osmose nur Salzwasserfische betrifft, deswegen können Salzwasserfische nicht in Süßwasser leben, sie ertrinken dann sozusagen.


Hallo,

Salzwasserfische haben im Süßwasser das Problem, daß ihr Körpersalz in das Wasser diffundiert und sie dann an Salzmangel sterben. Das ist genauso, als wenn wir Dest.- Wasser (oder extrem viel Leitungswasser) trinken. Dann sinkt der Salzgehalt in Körper dramatisch. Sind schon Leute dran gestorben.
Man schließt ja auch Zellen in der Biologie auf, in dem man sie in Bidest.- Wasser legt. Das Salz der Zelle geht ins Wasser, sie bläht sich auf und platzt.

Gruß Conny & Alex.

PS: Conny ist Biolaborantin. :D
wir haben derzeit 6Becken in Betrieb
ein 75 Liter Neonbecken und
ein 112L Becken mit 1 Ancipärchen, 6 Trauermantelsalmler, 4 Rotenflossenglassalmler.
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Beitragvon Symphysodon » 08.11.2005, 08:33

Rio hat geschrieben:Symphysodon schrieb:

Es wird aber immer mehr an der Schraube gedreht um Diskus an wirklich hartes Wasser zu gewöhnen. Aus meine Sicht eine Vergewaltigung der Tiere. Selbst Gelege im harten Wasser sind schon an der Tagesordnung.


Ich habe in diesen Zusammenhang bei einen Händler/ Züchter gelesen: "Die Aufzucht und die Hälterung der Fische erfolgt ab einem Alter von vier Wochen in Leitungswasser der örtlich vorhandenen Qualität. Dadurch sind die Tiere gut auf ihr weiteres Leben in den Becken der Aquarianer vorbereitet."

Das passiert natürlich aus kommerziellen Gründen. Denn welcher Aquarianer ist schon bereit echtes Weichwasser herzustellen? Kaum jemand hat auch dazu die Möglichkeit. Und die Züchter müssen sich ihren Absatz sichern. Wenn es so kompliziert ist diese Fische zu halten kommen die Wenigsten darauf auch welche zu kaufen. Also muss man die Tiere so hinbiegen, dass man auch Absatz hat.
Wer also ein echtes Interesse an den Tieren hat bietet ihnen ein artgerechtes Wasser. Dass das langsam und mit Vorsicht zu geschehen hat, ist wohl selbstverständlich.


Wie sieht es mit der Umstellung auf weicheres und saures Wasser bei diesen Fischen, also Diskus gerechtes Wasser, aus?
Kann es da zu Problemen kommen?

Wie schon Helene richtig schreibt sind bei jedem Neukauf bestimmte Dinge zu beachten. Also auch eine Quarantänezeit. Die kann auch zur Umgewöhnung an weicheres Wasser genutzt werden. Ich erinnere immer gern an den pH-Wert. Der sollte genau so langsam gesenkt werden. Ein ganzer Wert nach unten bedeutet, eine zehnfache Konzentration an Säuren.

Rio




Helene hat geschrieben:Hallo Rio,

der Satz kommt mir aber bekannt vor! :) Kann es sein, dass ich den Züchter kenne?

Ja, es kann zu Problemen kommen. Eine Umstellung sollte immer sehr langsam vorgenommen werden.

Die Frage bei dieser Aussage ist aber zunächst immer, was kommt bei dem aus der Leitung? Es gibt Gegenden in Deutschland, da kommt Diskuswasser aus der Leitung.

Selbst da härten die Züchter künstlich auf wenn sie Überregional verkaufen wollen.

Wenn du Diskus kaufst, wirst du sie ja IMMER erst in Quarantäne setzen. Da kannst du sie dann langsam an deine Wasserqualität gewöhnen. Die kurzfristigen Folgen von weich nach hart sind gering. Die Folgen von hart nach weich können den Fisch umbringen. wenn es dich genauer interessiert, könnte ich die biologischen Erklärungen für meine Aussage raussuchen- hat was mit osmotischem Druck zu tun.

Ja, das stimmt. Die Zellhaut ist nicht nach beiden Seiten gleich diffusionsoffen, so dass eine Flüssigkeitssättigung der Zellen auftreten könnte. Das erklärt sich daraus, dass die Zellen einen höheren Salzanteil als das Umgebungswasser haben. Demzufolge nehmen die Zellen Flüssigkeit auf um sich zu verdünnen. Das ist ein Naturgesetz.
Grüße
Rudi
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