Meine Kampffische brüten. Was soll ich tun und wohin?

Forum rund um eure Fische. Alles was schwimmt ist hier richtig.

Meine Kampffische brüten. Was soll ich tun und wohin?

Beitragvon diedoro » 22.08.2008, 21:23

Liebe User des aquaristik Forums,

manche freuen sich über Nachwuchs, manche nicht. Ich gehöre zu denen, die sich über Nachwuchs freuen. Ob Guppys oder Antennenwelse..., bisher alles ohne Probleme.
Mein Mann und ich haben jeweils ein Becken mit einem Päärchen Kampffische. Mein "Barbossa" (bei uns haben die nen Namen!) baut Schaumnester zur Reviermakierung. "ED" normalerweise auch. Doch nun schlüpfen daraus Bettababys (Betta splendens heist der Kampffisch im lateinischen Fachbegriff). Das mag ja auch noch gehen. Seine Dame habe ich erstmal entfernt und zum "Barbossa" mit ins Becken gesetzt. Jedoch beginnen die beissereien bei den Männchen schon im 2.Lebensmonat und erst ab dem 3. Monat könnte man sie abgeben. Wie soll ich die bis zum 3. Monat bringen und wohin kann ich sie abgeben? Kaum ein Zoohändler mag Zufallszuchten von Privatleuten nehmen. Ich stehe nun vor einem Problem. Töten will und kann ich sie nicht (leider alltag).

Liebe Grüße

Eure Doreen
http://zierfischboerse-chemnitz.foren-city.de/
Kostenlose Zierfischbörse für Chemnitz und Umgebung
Benutzeravatar
diedoro
Jungfisch
 
Beiträge: 4
Registriert: 22.08.2008, 21:13
Wohnort: Chemnitz

Beitragvon gezina » 23.08.2008, 15:50

Hallo!

Wenn du die Ka-Fis, wie es artgerechter Weise sein sollte, nicht als Pärchen gehalten hättest, hättest du nun keine Babys. Wenn die Bedingungen stimmen wird das auch immer wieder passieren was purer Stress für die Tiere ist, da sie Dauerleicher sind. Meine Empfehlung wäre daher, die Männchen wirklich ganz alleine zu halten vielleicht mit sehr ruhigen anderen Fischen zusammen. Und die Weiber in ein Weiber Becken tun. Mit viel Kraut, Winkeln, Wurzeln drin um so Reviere klar abzugrenzen. So hab ich's auch immer gemacht.

Schau doch mal ob dein Böckchen bei 25° Wasserstand ab 30 cm und einer leichten Oberflächenbewegung immer noch Nester baut. Meine haben Ihre Reviere immer durch Drohen und umschwimmen gekennzeichnet und erst mit dem Nestbau begonnen wenn ich Brutbedingungen geschaffen habe.

Nun hast du Kleine das heisst, erst mal abwarten wie viele überhaupt durchkommen. Da der Bock in den allermeisten Fällen nach einer Woche Brutpflege ebenfalls beginnt die Kleinen "Freischwimmer" zur fressen, werden das nicht viele sein, wenn du kein weiteres Becken für deinen Mann hast.

Die Ernährung der kleinen ist auch nicht ganz einfach, wenn du keinen Artemia Ansatz hast, wird es noch schwieriger und dir werden einige verhungern.

Wenn dann noch was übrig bleibt, brauchst du für jedes einzelnen Männchen eine Box mit Sichtschutz, sodass sie sich nur wenn man es will (um die Flossen sich besser entwickeln zu lassen) sehen müssen. Und einen Heizer oder ein warmes Plätzchen für die Box. Je verkrauteter das Aufzuchtbecken ist, heisst je weniger sich die jungen Fische über den Weg schwimmen müssen dest länger kannst du sie zusammen lassen.
Die professionellen privaten Züchter haben ganze Zuchtanlagen mit meist mehr als 80 Boxen.

Wo du die allerdings dann los wirst, da kann ich dir nicht helfen. Sowas klärt man ja bei geplanten Zuchten vorher. Schau halt wieviele wirklich durchkommen und dann frag in den umliegenden Fachhandel nach. Vielleicht auch in Internet Tauschbörsen anbeiten.

Ich durfte meine auch als "Privater Züchter" in einer Zoohandlung abgeben und konnte gegen Futter oder sonst was tauschen. Da ich das aber auch nur aus Hobby gemacht habe hatte ich auch keine 80+ Tiere. :wink:

BG nadine
300L: 6x Puntius denisonii, 4x Trichogaster leerii, ca. 25x Danio choprai, 15x Puntius oligolepis, 6x Pangio kuhli, 1x A.Normani (Veteran), 8x Amano Garnelen
30L Cube: ca. 30 Yellow Fire Garnelen, Micro Boraras
8L Schreibtisch AQ
Benutzeravatar
gezina
Diskus
 
Beiträge: 2030
Registriert: 01.03.2007, 13:56
Wohnort: NRW

Beitragvon diedoro » 23.08.2008, 16:04

Hallo,

warum ist es nicht Artgerecht Männchen und Weibchen einer Art zusammenzuhalten? Mein ED baute schon immer Nester der Rviermarkierung wegen. Ich beachte sowas weiter nicht da es für mich ein ganz natürlicher Vorgang ist dass Tiere ihr Revier markieren. Für meinen ED habe ich schon ein weiteres Becken eingerichtet denn die kleinen reisse ich nicht aus dem Becken raus. Ein Artemiaansatz ist vorhanden und Sera micron steht neben dem Becken. Ich muss mal schauen, wie viele durchkommen. Passieren wird mir sowas nicht noch einmal. Mir gehts nur darum, dass ich die kleinen los werde...

Liebe Grüße

Diedoro
http://zierfischboerse-chemnitz.foren-city.de/
Kostenlose Zierfischbörse für Chemnitz und Umgebung
Benutzeravatar
diedoro
Jungfisch
 
Beiträge: 4
Registriert: 22.08.2008, 21:13
Wohnort: Chemnitz

Beitragvon elfe78 » 23.08.2008, 18:11

diedoro hat geschrieben:Hallo,

warum ist es nicht Artgerecht Männchen und Weibchen einer Art zusammenzuhalten? .......Passieren wird mir sowas nicht noch einmal. Mir gehts nur darum, dass ich die kleinen los werde...

Liebe Grüße

Diedoro


Grad bei Kafis scheiden sich da die Geister... aber wie Nadine schon sagte, sind Kafis Dauerlaicher, d. h. das Weibchen wird jedesmal wieder begattet sobald es möglich ist, bzw. das Männchen ist ständig in "Balzbereitschaft".... Von der Natur her sind Kafis nämlich absolute Einzelgänger... Tante Google hilft in dem Punkt weiter. Was für andre Fischarten gilt, muss nicht zwingend für den Kafi gelten.

Passieren wird dir das sicherlich wieder, ob nu bei ED oder eurem andren Pärchen, denn DAS ist die Natur der Kafis.... Also, nimm den Rat von Nadine an und halt die Geschlechter getrennt, wenn du nicht züchten möchtest.

Im Übrigen bauen Kafis auch ohne Anwesenheit der holden Weiblichkeit gern mal Schaumnester....
LG, Simone Bild
Benutzeravatar
elfe78
Diskus
 
Beiträge: 1157
Registriert: 15.01.2007, 17:49
Wohnort: Alfeld

Beitragvon diedoro » 23.08.2008, 20:22

Ich habe ED`s Dame beim Barbossa mit im Becken seit vorgestern. Die 2 Damen schwimmen umeinander herum und nebeneinander her und tun sich nichts. Barbossa geht jedoch auf beide los sobald er sie sichtet (bei meiner Massenbepflanzung passiert das relativ selten). Ich glaube jedoch nicht, dass er wirkliches interesse an den beiden hat. Die Oberflächenwasserbewegung habe ich jetzt herauf gesetzt, sodass er kein Nest mehr bauen kann. Barbossa ist sehr Agressiv. ED jedoch nicht. Er hat die Dame nach der Paarung zwar verscheucht aber nicht attackiert. Morgen kommt ED ins Quarantänebecken und dann schauen wir weiter.

Liebe Grüße

Eure Doreen
http://zierfischboerse-chemnitz.foren-city.de/
Kostenlose Zierfischbörse für Chemnitz und Umgebung
Benutzeravatar
diedoro
Jungfisch
 
Beiträge: 4
Registriert: 22.08.2008, 21:13
Wohnort: Chemnitz

Beitragvon Casandra » 24.08.2008, 09:51

Hallo

Ich hatte auch schon ungewollten Nachwuchs bei Kampffischen. Aber den erst einmal durchzubekommen, ist wirklich schwer. Das bedeutet: Artemia züchten. Am Anfang fressen sie nur Infusorien (hieß das Zeug so). Eine Art Plankton glaub ich. Das verdreckt das Wasser allerdings und du müsstest mind. aller 2 Tage TWW machen. Wenn du die wirklich so weit bekommst, das sie getrennt werden müssen, solltest du dir am besten mehrere 25L Becken kaufen, eine Plexiglasscheibe in die Mitte rein, als Abtrennung. Dann hast du 2 Becken. Wenn da Böcke rein sollen, müsste die Plexiglasscheibe milchig sein, damit die sich nicht sehen. Die schlagen sich sonst an der Scheibe die Köpfe ein. Kampffische züchten ist aufwenig und kostspielig. Nicht wie Mollys oder Guppys, die man problemlos aufziehen kann.

Überlege dir gut ob du das möchtest, denn einfach ist es nicht. Mein Männchen ist auch nach der Brutpflege verstorben, es war zu stressig für ihn. Er ist Tag und Nacht am Eier aufsammeln bzw. Jungtiere. Er findet keine Ruhe. Wenn du die Tiere noch eine Weile halten möchtest, tu ihnen und dir selbst den gefallen und ignoriere den Nachwuchs. Das erledigt sich von selbst, so hart es auch klingt. Ich habe das Thema Kampffisch-Zucht abgeschlossen und dabei wird es bleiben, da der Aufwand wirklich zu groß ist und ich noch andere Becken habe, um die ich mich kümmern muss.

Liebe Grüße
Steffi
Casandra
Wabenschilderwels
 
Beiträge: 690
Registriert: 24.02.2008, 22:39
Wohnort: Torgau

Beitragvon gezina » 24.08.2008, 12:34

Hallo!

Ich war ein paar Tage nicht da. Deswegen Antworte ich erst jetzt.

Den Grund warum man Ka-Fis getrennt halten sollte und auch nicht Paarweise oder im Trio hast du quasi selber gegeben.

Bei wenig agressiven Männchen kommt es ständig zum Balzverhalten und zur Paarung das Weibchen bildet immer einen Leichansatz. Das ist purer Stress. Du willst ja auch nicht immer "schwanger" sein. Stress verkürzt das sowieso schon kurze Leben eines Ka-Fis enorm wie schon beschrieben.

Bei einem agressiven Männchen wie Euer zweites steht der ganze Trupp ständig unter Spannung. Die Weibchen wissen da ist ein Bock und der Bock weis es sind weitere Fische im Becken. Da er kein Nest hat und sich nicht paaren will werden die Weibchen wie schon von dir beschrieben beinahe genauso kosequent verjagt wie andere Rivalen.

In der Natur kannst du Dir das ungefähr so vorstellen:

Der Bock hat ein Revier von ca 30 cm² kann aber enorm schwanken je nach Platz Angebot und Agressivität des Männchens ist die Skala nach oben offen.
Er lebt sein ganzes Leben alleine. Wenn die Bedingungen stimmen baut er ein Schaunest und erst wenn er der Meinung ist, dass das Nest gut ist werden vorbeischwimmende Weibchen angebalzt und versucht durch Führungsschwimmen unter das Nest zu bugsieren. Das kann mal mehr mal weniger ruppig zugehen. Und glückt nur wenn das Weibchen paarungsbereit ist.
Nur dann duldet er für den kurzen Zeitraum der Paarung (max. 48 h) Gesellschaft. Zu jeder anderen Zeit wird ein Eindringling egal welchen Geschlechtes aus dem Revier verjagt.

Ein Traum wäre natürlich ein Becken mit einer großen Grundfläche, relativ niedrigem Wasserstand mit viiiiielen Pflanzen, sodass man keine 10 cm weit gucken kann und bestenfalls mit einer Teebraunen "Brühe" befüllt um die natürlichen Verhältnisse nachzuahmen. Dann würde ich es versuchen Ka-Fis im Verbund zu halten. Aber sonst würde ich eher abraten.

LG nadine

PS: Stress erkennst du bei Ka-Fis am unruhigen schwimmen, denn Ka-Fis sind wenn sie sich wohlfühlen wirklich eher "faul". Und an Stressstreifen welche sich in längstrichtung über den Körper ziehen. Bei hellen Tieren sieht man die allerdings nicht.
300L: 6x Puntius denisonii, 4x Trichogaster leerii, ca. 25x Danio choprai, 15x Puntius oligolepis, 6x Pangio kuhli, 1x A.Normani (Veteran), 8x Amano Garnelen
30L Cube: ca. 30 Yellow Fire Garnelen, Micro Boraras
8L Schreibtisch AQ
Benutzeravatar
gezina
Diskus
 
Beiträge: 2030
Registriert: 01.03.2007, 13:56
Wohnort: NRW


Zurück zu Fische

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron