Unbekannte Krankheit-von selbst wieder verschwunden

Rund um die Diagnose und mögliche Therapien von Krankheiten der Zierfische.

Unbekannte Krankheit-von selbst wieder verschwunden

Beitragvon su shui » 01.05.2008, 17:18

Ich hatte vor vier Wochen eine seltsame Krankheit in meinem Becken, die nach 10 tagen von selbst wieder verschwunden ist, in dieser Zeit aber ca. 20 Fische, v.a. Salmler getötet hat!
Jetzt würde ich gerne wieder neue Fische einsetzen, weiß aber nicht, ob das ohne Weiteres möglich ist, weil mir gesagt wurde, dass die Ursache ein feindlicher Bakterienstamm sein könnte und wenn ich jetzt neue Fische hole würden diese wohlmöglich auch sterben.
zu den Eckdaten:

Maße oder Volumen des Beckens: 80x30x40 cm
Wie lange läuft das Becken: 2 Jahre
verwendete Technik: Fluval Außenfilter 300, Sera
Heizstab, Leuchtstoffröhren
Besatz: vorher:
-13 rote Neons (davon 5 neu 4 Tage vor Beginn)
-5 Rotkopfsalmler
-8 Rotflossen Schmucksalmler
-4 Trauermantelsalmler
-2 Schmerlen (ähnlich Schachbrett, 1 davon neu)
-2 Purpurprachtbuntbarsche (beide neu)
-2 Antennenwelse beide Erstbesatz also ca 2,5 Jahre alt
-3 Ohrgitterharnischwelse
-4 Guppys (davon 3 Naturtyp)

Verendet:
-alle roten Neons
-2 Rotkopfsalmler
-5 Rotflossen Schmucksalmler
-die neue Schmerle
-die Ohrgitterharnischwelse
- die naturtyp Guppys

Temperatur Wechselwasser: 23°C
Häufigkeit Wasserwechsel welche Menge?: alle 2-3 Wochen 20 Liter (ca 1/5-1/4 der Gesamtmenge)
Wann war letzter Wasserwechsel?: 2 Tage vor dem Neukauf
Welches Futter, wie oft?: Flockenfutter, Granulat, Tabletten abwechselnd ;1x die Woche Frostfutter, ansonsten Futter Täglich bis alle 2 Tage

Wasserwerte


Wasseranalyse:
- Spez. Leitfähigkeit :872
- pH-Wert: 8,2
- Gesamthärte: 19
- KH-Wert: 16
- Nitrit: 0
- Nitrat: 10mg/l
- Ammoniak/Ammonium:0
- Phosphat: <1

Messung mit Tropfen oder Streifen?: Tropfenanalyse beim Fachhändler
Sind chemische Mittel ins Becken gebracht worden?: Nein

Krankheitssymptome

Wer ist betroffen?: Salmler, Schmerle, Ohrgitterharnischwelse "verschwinden"
erhöhte Atemfrequenz?:Ja
körperliche, optische Symptome?: gerötete Kiemen, manchmel Verlust der Orientierung, Treiben an der Oberfläche
Wie lange wurden die Symptome schon beobachtet?: sehr kurz, Abends gesund, Morgens tot; schneller (Vergiftungs-)Tod nach Eintritt der Symptome
Kot Konsistenz u. Farbe (z.B. gallertartig, fädig, weiß): Nicht immer bekannt, da der Tot so schnell eintritt, bei den anderen fest, dunkel, also normal

Vorangegangene Behandlung

Mit welchem Medikament?: Keine da teilweise Neubesatz
Wie lange?:/
Erfolg?:/
wurde danach über Kohle gefiltert?: Filterung über Kohle nach ca 4 Tagen

Vielleicht weiß ja jemand, was das war. das Sterben hat wie gesagt nach 10 Tagen aufgehört, kann auch an der Kohle liegen, wenn man von da an rechnet waren es 4 Tage. Klingt nach Vergiftung, aber die Werte wurden VOR Einsetzen der Kohle aber NACH dem Neubesatz mit 5 Neons 1 Schmerle, 2 Purpurprachtbuntbarschen genommen...

LG su shui
su shui
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Beitragvon Aqua-Aquaristik » 04.05.2008, 20:41

Hallo shui,

zum ersten herzlich Willkommenim Forum.

Dein Becken faßt also rund 100 Liter. Dafür muss ich dir aber leider sagen, dass du viel zu viele Fische im Becken hast und da auch leider recht unpassende. Einmal sind die Schmerlen zum Beispiel viel zu groß für das Becken, zum zweiten passen deine Werte nicht unbedingt zu den anderen Fischen. Da solltest du also etwas optimieren. Aber erstmal nach der Krankheitsursache suchen. Das alles kann auslöser zu der Krankheit sein. Auch sind deine Wasserwechselintervalle zu groß. In der Regel sollte man 1/3 bis max 1/4 des Inhaltes jede Woche bis max alle 14 Tage wechseln.

Ansonsten mess doch mal bitte Ammoniun und Ammoniak. Wenn du die Tests nicht hast, kannst du auch im Fachhandel messen lassen. Dann aber bitte Werte notieren lassen.

Gruß

Matthias
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Wasserqualität

Beitragvon levoe » 04.05.2008, 21:15

Hallo,

also meiner Meinung nach viel zu viele Fische und schlechte Wasserwerte. Salmler mögen weiches Wasser, Deins ist aber Betonwasser. Die neuen Fische haben das Fass zum überlaufen gebracht. Die eh schon gestresten Fische waren dem ganzen nicht mehr gewachsen.

Alos Besatz überdenken, wasserwerte dem Besatz anpassen und regelmäßig Wasser wechseln.
MfG
Michael

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Beitragvon su shui » 05.05.2008, 15:05

Erst mal vielen Dank für eure Antworten,
seitdem Erstbesatz vor 2 Jahren hab ich einiges dazugelernt und würde die Fische so (dem Wasser entsprechend) auch nicht mehr kombinieren. Allerdings hatte ich mit der Wasserhärte bisher weniger Probleme als erwartet. Ammoniak ect. ist trotz pH über 8 nicht vorhanden (siehe oben), bei häufigeren Wasserwechseln steigt der Nitratwert auf 50 mg/l und wird ewig lahm abgebaut (Vallisnerien und Mooskugeln). Das liegt daran, dass wir laut Wasserwirtschaftsamt und Tropfentests äußerst ungünstiges Leitungswasser haben. Die Schmerlen sind botia kutubai und mit 8cm ausgewachsen, ist das schon zu groß? Soll ich sie besser abgeben? Hatte sie wegen Schneckenproblemen eingesetzt... :oops: Soll ich das Wasser am Vortag des Wasserwechsels abkochen, eine Bekannte meint, dass das die Wasserhärte heruntersetzt?
Erfreulicherweise geht es dem Rest meiner Fischbande ganz gut! Trauermantelsamler und PPBuntbarsche entwickeln Frühlingsgefühle
Lg Su Shui
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WW

Beitragvon levoe » 05.05.2008, 19:07

Hallo,
ist mir neu, dass das Abkochen des Wassers die Härte heruntersetzt, ich kann es einfach nicht glauben. Zu den Schmerlen nur soviel: Es ist eine Kleinbleibende, aber trotzdem ein Rudeltier. Mann spricht in der Fachwelt von mindestens 5 bis 10 Tieren pro Becken. Dann wäre Dein Becken natürlich zu klein, oder Du nutzt es als Artenbecken mit etwa 6 Tieren. Dann mußt Du in regelmäßigen Abständen den Wasserstand ändern und Du wirst bei Flut dann die Balzrituale beobachten können. Nachzuchten sind bei Schmerlen zwar schon gelungen, aber halt nur zufällig.
MfG
Michael

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Beitragvon su shui » 05.05.2008, 19:42

Was meint ihr denn, wie's jetzt weitergehen soll? Ich schätz mal KH per Osmosewasser reduzieren... Der Überbesatz dürfte sich nach dem Massensterben erledigt haben :cry: Kann es noch was anderes als Stress wegen den Werten gewesen sein? Ich mein die Neons waren seit 2 Jahren an das Wasser gewöhnt, die Schwärme haben sich gut vertragen und ich hab zwischendurch schon mal eingesetzt... Kann Stress auch noch nach vier Tagen der Auslöser sein?
Was haltet ihr von der Bakterien Theorie? Ich denke, du hast recht was das Wasser abkochen angeht!
Nehmt mir die Fragen bitte nicht übel aber ich will den Fehler echt nicht nochmal machen!!!!!
Danke für eure Hilfe
su shui
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Beitragvon Aqua-Aquaristik » 05.05.2008, 20:29

Hallo,

Nitrat von 50 mg/l ist auf Dauer zu hoch. Ist der Leitungswasserwert so hoch? Da solltest du gegen vorgehen. Die Teilwasserwechselintervalle runter zu setzen ist auf Dauer auch keine Lösung.

MIt dem Kh senken durch abkochen ist richtig. Bei hoher Temperatur fällt der Kalk aus und setzt sich als unlösbare Ablagerung ab. Allerdings ist die Methode nicht ratsam. Die Stromkosten würde dich auffressen. Aus diesem Grund und aus dem Grund des hohen Nitratwertes solltest du eher über den Kauf einer Osmoseanlage nachdenken. Damit hätten sich beide Probleme gleichzeitig lösen lassen.

Gruß

Matthias
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Beitragvon catherine » 06.05.2008, 20:02

Aqua-Aquaristik hat geschrieben:Hallo,

Nitrat von 50 mg/l ist auf Dauer zu hoch. Ist der Leitungswasserwert so hoch? Da solltest du gegen vorgehen. Die Teilwasserwechselintervalle runter zu setzen ist auf Dauer auch keine Lösung.

MIt dem Kh senken durch abkochen ist richtig. Bei hoher Temperatur fällt der Kalk aus und setzt sich als unlösbare Ablagerung ab. Allerdings ist die Methode nicht ratsam. Die Stromkosten würde dich auffressen. Aus diesem Grund und aus dem Grund des hohen Nitratwertes solltest du eher über den Kauf einer Osmoseanlage nachdenken. Damit hätten sich beide Probleme gleichzeitig lösen lassen.

Gruß

Matthias



regenwasser sammeln finde ich günstiger ;) hat ja KH von 0, dann kann man mischen
Vorwärts, wir müssen zurück!



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Beitragvon Aqua-Aquaristik » 07.05.2008, 21:28

Hallo,

richtig, das ist auch eine Möglichkeit. Allerdings sollte man dann auch entsprechend wohnen. Wenn du eher ländlich oder in einem kleineren Ort wohnst ohne große Industrie, dann kannst du Regenwasser aufsammeln. Das Wasser würde ich dann aber noch mal zusätzlich noch mal über Kohle filtern und dann verschneiden.

Gruß

Matthias
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