Kranke Guppys

Rund um die Diagnose und mögliche Therapien von Krankheiten der Zierfische.

Kranke Guppys

Beitragvon Jesse » 24.09.2012, 14:46

Hallo, ich bin neu hier und neu in Sachen "Zierfische". Mein Mann und meine Tochter wollten unbedingt welche und jetzt hängt das alles irgendwie an mir.. :\

1. Welche Fische sind betroffen? (Art und Anzahl)
Guppys - zwei auf jedenfalls, eher 5 im 60l und zwei im 110l
2. Wann ist das Problem zuerst aufgetreten ? ( Tage/Woche/Monate ) Ende August

3. Welche Körperteile sind betroffen, und wie sehen diese aus ? (Samtig/krieskörnig/Löcher/Knoten/blutunterlaufen/offenes Geschwür/Sonstiges)
Bei einem krumme Wirbelsäule, bei einem deutlich kürzere Schwanzflosse. Bei anderen teilweise kleine Stellen der Schwanzflosse die ausgefranst aussehen oder lange schmal Risse (60L) - im 110l ist es einer mit spitzer schwanzflosse und einer, der äußerlich gut aussieht, aber etwas taumelt und viel auf dem Boden ist

4. Wie ist das Verhalten der betroffenen Fische ?(z. B. Flossenklemmen/Kiemen sind abgespreizt/Fische scheuern mit den Kiemen über den Bodengrund/Fressunlust/Fischen schnappen nach Luft an der Oberfläche/...) im 60l machen alle einen guten Eindruck, schwimmen gut, fressen... im 110l klemmt einer die Flosse, der andere macht einen "müden" eindruck und taumelt leicht

5. Angaben zum Aquarium
Laufzeit (seit wann in Betrieb?)= Ende Mai 2012
Literzahl =einmal 60, einmal 110
Temperatur = beide 25
pH/kH/NO2/NO3 = ph/Kh per Stäbchentest okay, No2/no3 tröpfchentest nicht nachweisbar
Wasserwechsel (Rhythmus und Menge) = alle 10 Tage 20-30%

6. Angaben zum Filter
Wird über Kohle gefiltert ? = nein
Reinigung Rhythmus = max. alle 4 Wochen

7.Sind bereits Therapiemaßnahmen erfolgt ? wenn ja, mit welchen Medikament ?
Angefangen hatte alles im August, ich war für vier Tage weg und als ich wieder kam, waren im 110l-Becken einige kleine Endler-Guppys weg (vermutlich gestorben und vom Wels gefressen) und die großen bunten Guppys großteils krank (flossenklemmen). Besatz damals 9 große Guppys und 9 kleine Endler (ca. 4 Wochen alt, von privat), dazu ein Wels. Das Becken war total trüb. Erst mal sofort 60% Wasserwechsel. Dann haben wir einen neuen Filter gekauft, weil der alte wahrscheinlich zu schwach war. Dazu ein Medi gegen Flossenfäule (Sera Bactopur). Nach Anleitung behandelt. Das Sterben ging leider weiter. Teilwesie sah man den Fischen gar nichts an. Auf Anraten einer Mitarbeiterin im Zoofachgeschäft nach Absetzen des Medikaments täglich ca. 20 % Wasserwechsel für eine Woche. Letztendlich sind zwei große Guppys, ein Endler und der Wels übrig geblieben. Das lief dann auch zwei Wochen problemlos. Am Samstag Wasserwechsel 10%. Samstag abend ein Guppy mit Flossenklemme und einer der taumelt... Fressen aber beide. Habe den kleinen Endler in das 60 Liter becken umgesetzt.
Aber.. dem 60l-Becken geht es auch nicht gut... Auch da im August ein Fisch, der getaumelt hat und fast nicht mehr schwimmen konnte. Ist verstorben. Auch hier Behandlung mit Bactopur. Alle weiteren Fisch dann okay. (noch 8 Guppys). Vor ca. 1 1/2 Wochen bei einem die Flosse "ausgefranst", dann ein zweiter mit krummen Rücken. Behandlung mit General Tonic (nicht die Dosierung für schwere Fälle). Nach der Behandlung mit Kohle gefiltert und 20% Wasserwechsel. Alle Fische leben noch, aber der Zustand hat sich nicht verändert und einige scheinen kleinere "Verletzungen" der Schwanzflosse zu haben. z.B. einen langen Riss, oder eine fehlende Ecke...

Pflanzen sind in beiden Becken einige vorhanden und wachsen auch gut. Filter tun, sprudeln auch Sauerstoff ins Wasser, gefüttert wird mit Trockenfutter und Frostfutter im Wechsel, meist füttere ich zwei mal am tag eine ganz kleine Menge und lege einen "Diät-Tag" ein. Die "großen" Guppys wurden in verschiedenen Zoofachhandeln gekauft (weiß inzwischen auch, dass es besser ist, bei privat zu kaufen! :( )

Was kann ich noch tun?? Abwarten? Zusehen? Nochmal behandeln????
Jesse
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Re: Kranke Guppys

Beitragvon Welslinger » 24.09.2012, 16:48

Hi Jesse.

Man kann ohne Bilder niemals eine annähernd richtige Diagnose stellen.

Auch sind die Angaben zu den Wasserwerten etwas dürftig.
Was ist bei pH/ Kh ok?

Wenn im 110er Aquarium nur insgesamt 18 Guppys schwimmen,
kann es schon mal nicht an Überbesatz liegen.
Was schwimmt alles im 60er?
Um was für einen Wels handelt es sich?

Dann ein bisschen was allgemeines:
Ich verstehe nicht,
wieso die Verkäuferin Dir ein Mittel gegen Flossenfäule verkauft hat.
Hat sie dies feststellen können, oder nur auf Verdacht angeboten?

Dann zum Thema Wasserwechsel:
Bei Wasser sollte man nicht zu geizig sein
und das öfters mal erneuern.
In der Woche geht da schon mal 30% raus.
Wenn dann Mittel im Becken war,
dann wechsel ich erstmal großzügig so 60%
aber gleich am nächsten Tag kommen da nochmals 30% raus.

Filter reinigen tu ich nur äusserst selten.
Nämlich erst dann,
wenn die Leistung deutlich nachlässt.
Davor ist das unnötig.
Nicht alles, was im Filter drinnen ist,
ist auch Abfall.
Da drin entwickeln sich Bakterienstämme,
welche man für das Wohlbefinden der Fische braucht.


LG
Welslinger. :) :) :)
Welslinger
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Re: Kranke Guppys

Beitragvon Symphysodon » 24.09.2012, 18:31

Hallo Jesse,

Guppys aus dem Zoogeschäft kommen gewohnlich aus Großzüchterein. Ein riesiger Nachteil gegenüber Hobbyzuchten, was Gesundheit und Wiederstandskraft ausmacht.
Als Sofortmaßnahme empfehle ich dir aus dem Zoogeschäft Easy Life (keine ähnlichen Mittel). Das wendest du für drei Tage in doppelter Dosis an. Danach drei Tage lang in Normaldosis. Dann weiter, wöchentlich in Normaldosis.
Das sollte den Guppys Stabilität verleihen.
Den Inhalt (Fische) des kleinen Beckens ins Große übersiedeln und das kleine Becken (vorerst) als Quarantänebecken nutzen.
In diesem Monat beginnen regionale Zierfischbörsen. Ich rate dir, dort Fische zu kaufen.
Deine "Reinigungswut" :lol: solltest du unterlassen. Zumindest was den Filter angeht.
Fische produzieren "Dreck" und der muss entsorgt werden. Das passiert auf chemischem Wege und dabei helfen, wie schon ob. gesagt, Bakterien die im Filter beheimatet sind. Die dürfen natürlich nicht jedes Mal durch "Saubermachen" vernichtet werden.
Weiterhin solltest du sparsamst füttern. Es ist wichtig, dass das Füttern nur eine Person übernimmt, nicht die gesamte Familie.
Neu gekaufte Fische sollten die ersten 4 bis 6 Wochen in Quarantäne gehalten werden (60l-Becken). In dieser Zeit trennt sich die Spräu vom Weizen. Erst dann, wenn alles gesund ist, können die Tiere zusammen geführt werden.
Um die Wasserparameter zu messen solltest du auf diese kaffeeleserei mit den Messstreifen verzichten und Messreagenzien dir zulegen. Wichtig sind Reagenzien für: pH, KH, NO2 und NO3. No2 darf nie nachweisbar bzw. nicht höher als 0,3 mg/l sein.
Die Reagenzie zum messen der Gesamthärte ist überflüssig (nicht aufschwatzen lassen).

Ich wünsche dir viel Erfolg.
Grüße
Rudi
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