Kränkelnder Besatz

Rund um die Diagnose und mögliche Therapien von Krankheiten der Zierfische.

Kränkelnder Besatz

Beitragvon NeuDelWin » 27.12.2011, 22:08

Hi zusammen,

also erstmal vorneweg: Die Tiere um die es geht habe ich heute erst bekommen. Das war mal wieder eine Beckenauflösung und ich habe halt mit dem Becken zusammen auch die Fische übernommen. Da mir die Tiere nicht gerade gesund erscheinen, habe ich sie in meinem NOCH NICHT EINGEFAHRENEN Nanobecken. Mir ist klar, das es für die Tiere zu klein ist und ich weiß auch, das ein Nitritpeak kommen kann. Ich messe täglich Wasserwerte mit Stäbchen und sobald ich Nitrit feststelle wird auch täglich eine Probe in den Baumarkt zum Tröpfchentest gebracht. Also dieses Problem kann man definitiv ausschließen.
Wenn ich das mal so anmerken darf: Ich finde echt erbärmlich, wie manche Leute mit ihren Tieren umgehen, wenn sie das Interesse an ihnen verlieren. Ich hoffe ich kann so viele Fische wie möglich durchbringen, auch wenn ich befürchte das hier zu viele unterschiedliche Sachen vorliegen.

So, nun zum Problem. Ich fülle erstmal aus und komentiere wo es nötig ist.


1. Welche Fische sind betroffen? (Art und Anzahl): 1 Prachtschmerle, 5 Neons, 1 Antennenwels (m), 1 Black Molly und 1 Corydoras Sterbei (die arme Seele hat nur noch 1 Auge) ^^

2. Wann ist das Problem zuerst aufgetreten ? ( Tage/Woche/Monate ) Es ist heute beim Umsetzen der Tiere aufgefallen, da ich keine kränkelnden Tiere im großen Becken haben will.


3. Welche Körperteile sind betroffen, und wie sehen diese aus ? (Samtig/krieskörnig/Löcher/Knoten/blutunterlaufen/offenes Geschwür/Sonstiges) Ok, da haben wir diverse anzeichen. Alle Tiere haben gemeinsam, das die Flossen zerrupft ausschauen. Dann haben wir bei den Neons einen sehr dicken und 2 sehr blasse wobei einer der beiden Blassen und der Dicke milchig trübe Augen haben, dünne Tiere. Der Black Molly hat Verfärbungen ins gelblich/grünliche an den Bauchflossen und am Stirnbereich (da bin ich nicht sicher ob die natürlich sind oder von einem Krankheitsbild stammen) und klemmt die Flossen. Außerdem schwimmt er nicht herum und erkundet sondern steht wie festgenagelt in der Ecke. Der Panzerwels liegt apatisch am Grund und läßt sich treiben und der Antennenwels siht auch, als hätte er Belag auf den Flossen. Die Prachtschmerle hat weißlich verfärbte Augen, wobei sie den Eindruck macht trotzdem zu sehen. Sowas habe ich in dieser Form noch nie gesehen..


4. Wie ist das Verhalten der betroffenen Fische ?(z. B. Flossenklemmen/Kiemen sind abgespreizt/Fische scheuern mit den Kiemen über den Bodengrund/Fressunlust/Fischen schnappen nach Luft an der Oberfläche/...)Ok, man möge mir nicht böse sein, das ich das im vorherigen Absatz mit beantwortet habe.


5. Angaben zum Aquarium
Laufzeit (seit wann in Betrieb?)= 2 Wochen
Literzahl = 20
Temperatur = 25 °C
pH/kH/NO2/NO3 = 6,9/8/0/20
Wasserwechsel (Rhythmus und Menge) = 1x pro Woche ca. 8-9L


6. Angaben zum Filter
Wird über Kohle gefiltert ? = nein
Reinigung Rhythmus = noch nie durchgeführt, später nach Bedarf (kenne mich mit diesem Filter noch nicht aus. Das ist so einer der mit Luft betrieben wird und durch den Filterschwamm ansaugt.


7.Sind bereits Therapiemaßnahmen erfolgt ? wenn ja, mit welchen Medikament ? nein
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Re: Kränkelnder Besatz

Beitragvon NeuDelWin » 28.12.2011, 18:55

Hmmm ... nicht wirklich viele Antworten, aber ich ergänze trotzdem mal, das sich seit gestern seltsamerweise die Augen der Neons fast komplett und die der Schmerle leicht, geklärt haben. Auch sind die Fische etwas lebhafter geworden bis auf den Molly. Wenn der so weiter macht fürchte ich wird er der erste Tote sein. Naja, ich hoffe das bekommen wir noch gebogen.
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Re: Kränkelnder Besatz

Beitragvon NeuDelWin » 29.12.2011, 17:37

Ok, wie mir scheint nerve ich wohl mit meiner Fragerei, aber es interessiert mich trotzdem, was der Grund für meine Probleme mit diesen Tieren ist. Inzwischen haben wir Tag 2, ich habe immernoch nicht behandelt, weil ich nicht weiß gegen was. Den Fischen geht es sichtlich besser und das ohne Grund. Die Prachtschmerle mit den komplett milchig weiß verfärbten Augen sieht wieder ganz normal aus, der Panzerwels scheint so etwas wie eine Schleimschicht abgeworfen zu haben und benimmt sich nun so, wie man es von einem Panzerwels erwarten darf. Sorgenkinder sind weiterhin die Neons, weil 2 Stück nicht normal aussehen und der Black Molly weil seine Verfärbungen geblieben sind und er absolut desinteressiert an allem ist. Allerdings klemmt er die Flossen nicht mehr. Er steht einfach nur ganz ruhig in seiner Ecke und holt sich ab und an ein wenig Futter. Fertig.
Ach ja, der Antennenwels. Auch er scheint eine schleimige Schicht abgeworfen zu haben. Nach Samtkrankheit schaut das aber absolut nicht aus. Ich bin Ratlos und werde die Fische wohl weiter in Quaratäne lassen. Besonders für den Molly ist es schade, weil ein einsamer, andersgeschlechtlicher Artgenosse im großen Becken wartet :(
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Re: Kränkelnder Besatz

Beitragvon elber286 » 29.12.2011, 21:27

Hi,

mit nerven hat das nicht viel zu tun ;). Aber bei so vielfältigen und unspezifischen Anzeichen wird es einfach schwer aus der Ferne was zu sagen. Ich würde wahrscheinlich erstmal für optimale Bedingungen sorgen und dann mal beobachten. Außerdem würde ich Easy-Life 2- oder 3-fach dosieren.

Schönen Gruß,
Micha
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Re: Kränkelnder Besatz

Beitragvon NeuDelWin » 29.12.2011, 22:49

Huhu und danke für den Tip, das werde ich versuchen. Also optimale Bedingungen sind erstmal leider unmöglich, wobei ich vermute, das im alten Becken eher mieserable Bedingungen geherrscht haben. Ich habe leider das Becken schon komplett enleert und abgebaut übernommen, daher konnte ich mir kein Bild machen. Allerdings sind von den Fischen die angeblich drinnen waren 6 Stück weniger (5 Neons und 1 Panzerwels haben gefehlt) mit dem Becken (96L, Eheim 2213, ca. 1cm blauer Kies ich schätze 2-4mm, keine Pflanzen und von Algen überwucherte Einrichtung, Abdeckung im hinteren Bereich auf ca. 20cm Länge und 3cm Höhe einfach weggemodert) mit gekommen. Ich habe irgendwie langsam die Befürchtung, das man die Tiere erstmal in grüner Suppe gehalten und dann für den Transport längere Zeit in einem Eimer gehalten hat. Kann sowas zu einigen der beschrieben Krankheitsbildern passen? Die Tiere unterscheiden sich ja durch die verschiedenen Rassen stark in der Größe. Vieleicht ist daher die Erkrankung unterschiedlich stark ausgeprägt? Zumal die Verluste nur die kleinen Fischarten betreffen. Was mir auch nicht in den Kopf will sind die zerrupften Flossen. Da muß ja noch jemand im Becken gewesen sein, der daran Schuld war.
Naja, das war die letzte Beckenauflösung, die ich übernommen habe, jetzt habe ich an Becken das, was ich haben wollte. Jetzt schaue ich, das ich den Besatz hin bekomme wie ich ihn will.
Ach ja, nochmal wegen den Bedingungen: Die Prachtschmerlen werden sobald mein Schwager sie als gesund ansieht in seinem 1000L Becken unter kommen. Also ich werde hier keine Tierquälerei betreiben und sie in mein 170L übersiedeln (sie stammen aus einem 96L Becken)
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Re: Kränkelnder Besatz

Beitragvon NeuDelWin » 30.12.2011, 15:24

Ok, ich habe nochmal Kontakt mit dem Vorbesitzer aufgenommen und der hat mir nach blumigen Worten meinerseits versichert, das die Tiere bis auf die beschädigten Flossen (das sollen Sumatrabarben gewesen sein) gesund waren.
Ich habe jetzt 2 Theorien entwickelt, von denen ich hoffe das jemand mir da zustimmt oder den Kopf schüttelt:

Die Tiere waren in einem Eimer untergebracht, als ich sie holte. Sauerstoff gab es durch einen Sprudelstein.
Theorie1: Kann eine Verschmutzung im Eimer diese Krankheitsbilder hervorrufen? Also eine Vergiftung?
Theorie2: Ist es möglich, das die Tiere zu lange oder unter falschen Bedingungen im Eimer gehalten worden sind? Man sagte mir nicht wie lange sie im Eimer waren und ist immer mit der Antwort ausgewichen. Kann es also vieleicht davon kommen?

Also wenn einer meine Ideen unterstützen oder wiederlegen kann wäre das auf jeden Fall hilfreich für mich. Man lernt ja nie aus und vieleicht hilft das ja weiter.
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Re: Kränkelnder Besatz

Beitragvon dieter » 30.12.2011, 19:30

Hallo

Ich bin kein Experte für Fischkrankheiten, aber ich halte alle beiden Theorien für wahrscheinlich, tendiere aber mehr zur Zweiten.
Der Grund ist weil ich vor etlichen Jahren auch mal von einen Bekannten Fische bekommen habe, die mehrere Tage im Eimer dahin vegetierten und bedingt durch den Stress die Pünktchenkrankheit hatten.

VG Dieter
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Re: Kränkelnder Besatz

Beitragvon Symphysodon » 30.12.2011, 20:10

Hi,
nach deiner Beschreibung zu Anfang, stammen die Augenverfärbungen etweder von viel zu saurem Wasser, pH unter 4 oder sie haben sich im Eimer die Hornhäute verlezt. Das ist wie du schon selbst festgestellt hast reparabel und nicht beunruigend.
Die Haufverfärbungen, na ja, können von schlechter Wasserhygiene stammen. Tiere mit starken Abwehrstoffen (wie die Welse) können eine gewisse Selbstheilung veranlassen. Parasiten können einersets beteilig sein. Anderseits aber auch Bakterien. Konkrete Maßnahmen würde ich erst mal nicht empfehlen. Wie Micha schon schrieb solltest du zu dem Easy Life greifen und für die nächste Zeit, bis 3 Tage, täglich eine doppelte Dosis in Wasser geben. Dann täglich die angegebene Menge. Allerdings solltest du ein antibakterielles Mittel bereit halten, sollte es nötig werden, kannst du es einsetzen, vorher aber fragen.
Die beiden Theorien sind mir zu vage. Schließe mich da keiner an.
Grüße
Rudi
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Re: Kränkelnder Besatz

Beitragvon NeuDelWin » 31.12.2011, 11:48

Huhu,
also das klingt ja alles schonmal eher beruhigend. Zumal es den Fischen täglich besser geht. Leider habe ich keine Möglichkeit mehr, vor Neujahr Easylife zu besorgen , habe allerdings jetzt, abweichend von meinem normalen Vorgehen, Aqua Safe zudosiert. Ich weiß: Das bekämft Chemie mit Chemie. Aber besser als nichts dachte ich mir. Am 2.1. gehe ich das Easylife kaufen und mache einen 60-70% Wasserwechsel bevor ich es dazu dosiere. Falls ich anders vorgehen soll bitte sagen ^^. Ich werde das dann ca. 1-1,5 Wochen so durchziehen und beobachten. Wenn ich dann keine Krankheitszeichen mehr sehe würde ich die Tiere in die passenden Becken umsiedeln wollen. Es sei denn, jemand gibt mir hier noch einen Grund länger zu warten oder sie schneller umzusiedeln. Ich bin kein Freund davon, die Tiere im zu kleinen Becken länger als nötig zu halten.

So, so viel zum Thema Fisch, ich wünsche allen einen guten Rutsch und man liest sich im nächsten Jahr hoffentlich wieder.
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Re: Kränkelnder Besatz

Beitragvon Symphysodon » 31.12.2011, 18:19

Hi,
an sich dauert eine Quarantäne 6 Wochen. Na ja, da kannst du vielleicht einschätzen wie lange die Tiere noch in dem kleinen Becken bleiben sollten. Die überleben die paat Wochen schadlos.
Ich werde das dann ca. 1-1,5 Wochen so durchziehen und beobachten.

Aber nicht die erhöhte Dosis mit Easy Life so lange verabreichen. Da wirst du ja arm. Max. 4 Tage erhöhte Dosis, dann normale für ne Woche. Dann sollte es gut sein. Den Rest als Quarantänezeit betrachten.
Grüße
Rudi
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Re: Kränkelnder Besatz

Beitragvon NeuDelWin » 31.12.2011, 19:18

Alles klar. Dann bleiben sie auf jeden Fall länger im kleinen Becken. Ich habe keine Lust auf Massensterben im großen Becken. Danke.
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