Betta splendens, Siamesischer
Kampffisch
Herkunft: Thailand,
Malaysia, Vietnam
Temperatur: 25-30°C
Härte (°dGH):
bis 25
Ph-Wert:
5,5-8
Größe (in cm): ca.
7
Sonstiges:
Labyrintfisch
Einer der bekanntesten und auch schönsten
Fische ist der Kampffisch.Allerdings lockt der Name
erstmal auf eine falsche Fährte: Er ist keineswegs so
aggressiv, wie ihn der Name und sein Auftreten
erscheinen lassen.Im Gegenteil, er ist ein
friedliebender und friedlicher Geselle. In freier Natur
würden sich zwei Männchen nicht mal bekämpfen, der
unterlegene geht einfach.Das ist bei der Haltung im
Aquarium leider nicht der Fall, daher sollte man niemals
zwei Männchen in einem Becken, egal wie groß,
halten.Es würde zu einem tödlichen Kampf kommen. Die
Geschlechter lassen sich meist einfach erkennen, das
beste Unterscheidungsmerkmal ist die Laichpapille.Sie
sieht aus wie ein kleines Salzkörnchen und befindet
sich zwischen den beiden Brustflossen und der
Afterflosse.Ist eine solche Laichpapille vorhanden,
handelt es sich um ein Weibchen. Wenn nicht, kann es ein
junges oder kurzflossiges Männchen sein.
Die Haltung im Aquarium ist recht einfach. Bereits auf
25Liter kann man ein einzelnes Männchen halten und ab
54Liter ein Trio, also ein Männchen mit zwei Weibchen.
Ein Paar würde man nur zur Zucht halten, auf Dauer wäre
diese Konstellation zu stressig für das einzelne
Weibchen. Bei zwei Weibchen kann sich das Jagen und
Balzen des Männchens auf beide verteilen.Wichtig ist
auf eine sehr dichte Bepflanzung zu achten, so dass genügend
Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten für alle
vorhanden sind. Die Strömung sollte nicht zu stark sein
und das Licht durch Schwimmpflanzen gedämpft werden.
Auf dem Speiseplan der Kampffische steht hauptsächlich
fleischliche Nahrung wie Frost- und Lebendfutter, aber
auch Granulate.
Sie können durchaus mit anderen
Fischen vergesellschaftet werden. Es sollten aber nur
ruhige und nicht Flossen zupfende Beifische ausgesucht
werden.
Eine Besonderheit dieser hübschen Fische ist ihr
Labyrinthorgan. Dies wird erst ab der sechsten Woche
ausgebildet und befähigt sie atmosphärische Luft
aufzunehmen.Daher ist eine zusätzliche Belüftung für
Labyrinther unnötig.
Die Zucht ist bei weitem nicht so
einfach wie behauptet wird und sie sollte auch nicht von
einem Laien betrieben werden. Dafür ist sehr viel
Erfahrung und Fingerspitzengefühl notwendig und auch
mit großem Platz-, Zeit- und auch Geldaufwand
verbunden. Man benötigt am besten getrennte
Unterbringungsmöglichkeiten/Haltungsbecken für Männchen
und auch Weibchen, da so die Paarung einfacher verläuft
und sich die Fische noch nicht aneinander gewöhnt
haben.
Als Ansatz-Becken kann man schon
ein 25Liter-Becken nutzen, bei einem 54Liter-Becken
wachsen die Jungfische später allerdings etwas besser.
Das Becken benötigt als Einrichtung eine Heizung und
viele Versteckmöglichkeiten in Form von Pflanzen oder
Wurzeln. Bodengrund ist nicht nötig, kann aber sein. Es
kann von Anfang an ein gedrosselter Lufthebefilter
eingesetzt werden, aber auch das spätere Einsetzen (bei
Freischwimmen der Jungen) ist möglich. Die Oberfläche
wird mit ein paar Schwimmpflanzen bedeckt und eventuell
einem kleinen Stück Styropor als Anreiz zum Nestbau.
Der Wasserstand sollte 10-15cm und die Temperatur ca.
26Grad betragen.
Als nächstes setzt man das Weibchen ein, ein paar
Stunden später das Männchen. So kann das Weibchen das
Becken erkunden und kann bei den ersten Attacken des Männchens
direkt flüchten und sich verstecken. Der weitere
Verlauf kann sehr unterschiedlich sein: Manche Männchen
bauen direkt Schaumnester, andere brauchen ein bis zwei
Tage und manche bauen sogar erst während oder nach der
Paarung. Da es beim Jagen und Balzen schon mal zu
Flossenzupfen und leichteren Verletzungen kommt, ist es
ratsam ein Seemandelbaumblatt mit ins Becken zu geben.
So wird gleich Verpilzung vorgebeugt. Wenn das Weibchen
bereit ist, bildet sie einen deutlichen Laichansatz und
auch Laichstreifen. Das Männchen versucht das Weibchen
dann nach einigem Jagen zum Nest zu locken und darauf
folgen die „Übungsumschlingungen“. Dies sieht schon
wie die eigentliche Paarung aus, aber es kommt noch
nicht zur Eiabgabe des Weibchens, was aber meist bald
darauf auch erfolgt.
Während der Paarung umschlingen sich beide und fallen
danach in eine sehr imposante Laichstarre. Sind sie
daraus „erwacht“ werden die Eier aufgesammelt und an
die Oberfläche oder in das Nest befördert.
Ist die Paarung vorbei, muss das
Weibchen sofort herausgenommen werden. Das Männchen
verteidigt jetzt sein Nest mit seinem Leben und es könnte
dem Laich nachstellen. Ab diesem Zeitpunkt sollte ein
Nachtlicht im Becken angebracht werden, damit das Männchen
zu jeder Zeit heruntergefallene Eier aufsammeln und
wieder ins Nest bringen kann. Aber auch, damit es die
Eier/Jungen nicht selbst frisst. Die Jungen beginnen je
nach Temperatur schon nach 24-36Stunden zu schlüpfen
und schwimmen auch meist nach 3-4Tagen schon frei. Nach
dem Freischwimmen sollte man auch das Männchen aus dem
Becken nehmen.
Die ersten Tage ernähren sich die
Jungfische von ihrem Dottersack und Infusorien, die sich
im Mulm und an der Filterpatrone eines Lufthebefilters
befinden. Ein bis zwei Tage nach dem Freischwimmen füttert
man mit Kleinstlebewesen wie Mikrowürmchen, Essigälchen
und auch frischgeschlüpften Artemia-Nauplien. Die
ersten vier Wochen bevorzugen die Jungfische
„zappelndes“ Futter, danach kann man langsam auf
etwas größeres Lebendfutter, Frost- und Flockenfutter
und Granulate umstellen. Nach ungefähr zwei Monaten
muss man mit dem Separieren der Jungfische anfangen, das
heißt, immer der dominanteste kommt in einen Einzelbehälter.
Vom Tierschutzgesetz sind
mindestens 1Liter vorgeschrieben, allerdings ist das
doch recht wenig und Faunaboxen mit 3Liter-Inhalt und
Georgboxen mit knapp 5Liter Inhalt haben sich als gute
Systeme bewährt. Hier sollte dann jeden dritten Tag das
Wasser komplett gewechselt werden, um eine einigermaßen
gute Wasserqualität zu gewährleisten. Auch ein bzw.
mehrere gekoppelte und gefilterte Merkammerbecken sind
eine gute Lösung.
Man sollte sich schon frühzeitig
um diese Einzelbehälter kümmern, da bei einem Wurf
durchaus 100-300 Nachzuchten herauskommen können und
wenn man „Pech“ hat ist der Großteil davon Männchen.
Auch sollte man sich im Voraus über
eventuelle Abnehmer Gedanken machen.
Geschrieben
von Missy Kampfischzüchterin
http://www.patis-halfmoon-spezial.de
vielen
Dank!!
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